Wie funktioniert ein Ölabscheider?
Ölabscheider arbeiten nach dem Schwerkraftprinzip: Da Öl und Benzin leichter als Wasser sind, steigen sie an die Oberfläche. Das Abwasser durchläuft dabei mehrere Funktionsstufen des Abscheidesystems:
- Schlammfang
Zunächst setzen sich schwere Partikel wie Sand oder Schlamm ab. Diese Vorabscheidung verhindert Störungen und sorgt dafür, dass die nachfolgenden Komponenten korrekt arbeiten. - Abscheidekammer
In der Hauptkammer wird die Fließgeschwindigkeit reduziert. Leichtflüssigkeiten steigen aufgrund ihrer geringen Dichte nach oben und bilden eine getrennte Schicht, während vorgereinigtes Wasser unterhalb weiterströmt. - Koaleszenzstufe (je nach Bauart)
In einem Koaleszenzabscheider haften feinste Öltröpfchen an einem Koaleszenzelement, verbinden sich zu größeren Tropfen und können dadurch effektiv abgeschieden werden.
Nach Abschluss dieser Stufen erreicht das Wasser die geforderten Ablaufwerte und kann in die Kanalisation eingeleitet werden. Moderne Abscheideranlagen verfügen zusätzlich über Warn- und Messeinrichtungen, die den Füllstand überwachen und rechtzeitig auf Entleerungsbedarf hinweisen.
Wofür wird ein Ölabscheider benötigt?
Ein Ölabscheider wird überall dort eingesetzt, wo öl- oder benzinbelastetes Abwasser entsteht und eine Vorbehandlung zwingend erforderlich ist. Ohne Abscheidertechnik können schwere Umweltschäden, Verstöße gegen die AwSV oder Betriebsstörungen im Kanalnetz auftreten.
Typische Einsatzbereiche sind:
Kfz-Werkstätten und Prüfstationen
Ölhaltiges Abwasser entsteht durch Reparaturen, Motorwäsche, Undichtigkeiten oder Reinigungsarbeiten.
Tankstellen und Waschplätze
Tropfverluste und Kraftstoffreste gelangen über die Entwässerung ins Abwasser.
Fahrzeugwaschanlagen
Waschprozesse lösen Ölfilme, Fette und Kraftstoffreste von Fahrzeugoberflächen.
Parkhäuser, Tiefgaragen und Verkehrsflächen
Tropfverluste können ins Abwassersystem eindringen.
Industriebetriebe und Werkhöfe
Überall dort, wo Maschinen oder Aggregate mit Leichtflüssigkeiten betrieben werden.
Rechtliche Vorgaben wie die AwSV und die DIN EN 858 definieren klar, in welchen Branchen ein Ölabscheider verpflichtend ist. Ziel ist der Schutz von Kanalisation, Kläranlage und Umwelt vor wassergefährdenden Stoffen.
Was kostet ein Ölabscheider?
Die Kosten für einen Ölabscheider variieren je nach Größe, Bauart, Einbausituation und regionalen Behördenanforderungen. Neben der Anschaffung fallen Aufwendungen für Einbau, Wartung, Entsorgung und Prüfungen an.
| Kostenart | Typische Kosten | Erläuterung |
|---|---|---|
| Anschaffung | 1.500–6.000 € | Abhängig von Bauart (Klasse I/II), Material und Volumen |
| Einbau | 1.000–4.000 € | Erdarbeiten, Einbau der Abscheideranlage und Rohranschlüsse |
| Wartung | 150–400 € pro Jahr | Regelmäßige Kontrolle, Reinigung und Funktionsprüfung |
| Entleerung / Entsorgung | 150–300 € pro Einsatz | Entsorgung durch zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb mittels Saugwagen |
| Generalinspektion | 500–1.000 € alle 5 Jahre | Pflichtprüfung nach DIN EN 858 inklusive Dichtheitsprüfung |
Für Privatpersonen ist ein Ölabscheider nur selten erforderlich. Wird er beispielsweise auf Werkstatthöfen oder größeren Garagenflächen benötigt, liegen die Kosten kleinerer Systeme meist im unteren Bereich der genannten Werte.
Genehmigung & Vorschriften
Ob ein Ölabscheider genehmigungspflichtig ist, hängt vom Standort, der Art des Betriebs und der Menge anfallender Leichtflüssigkeiten ab. Maßgeblich sind die Regelungen der AwSV und der DIN EN 858. Zusätzlich können kommunale Vorgaben gelten.
Wann ist ein Ölabscheider genehmigungspflichtig?
Eine Genehmigung ist in der Regel erforderlich, wenn ölhaltiges oder benzinbelastetes Abwasser entsteht, etwa in:
- Werkstätten, Waschanlagen und Tankstellen
- Parkhäusern, Tiefgaragen und gewerblichen Verkehrsflächen
- industriellen und gewerblichen Anlagen, in denen Leichtflüssigkeiten anfallen
Die zuständige Wasserbehörde oder das Bauamt entscheidet, ob eine Genehmigung notwendig ist und welche Anforderungen gelten.
Wesentliche Betreiberpflichten
Betreiber einer Abscheideranlage müssen sicherstellen, dass diese korrekt betrieben und dokumentiert wird. Dazu gehören:
- Einhaltung aller Vorgaben der AwSV und DIN EN 858
- fachgerechter Einbau durch einen zertifizierten Fachbetrieb
- regelmäßige Instandhaltung und Funktionskontrollen
- vollständige Dokumentation aller Maßnahmen im Betriebstagebuch
Prüf- und Kontrollintervalle
Für Ölabscheider gelten feste Prüffristen:
- monatliche Sicht- und Funktionskontrollen
- jährliche Wartung durch einen Fachkundigen
- Generalinspektion alle 5 Jahre inklusive Dichtheitsprüfung
- fortlaufende Dokumentation der Messwerte und Entsorgungsbelege
Diese Maßnahmen stellen sicher, dass der Ölabscheider zuverlässig arbeitet und Umweltschäden verhindert werden.
Wartung und Entsorgung
Eine regelmäßige Wartung gewährleistet die Funktionsfähigkeit des Ölabscheiders und die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben. Die Anforderungen sind klar in der DIN EN 858 und der AwSV definiert.
Regelmäßige Wartungsarbeiten
Zu den laufenden Tätigkeiten gehören:
- Kontrolle der Öl- und Schlammschicht
- Sichtprüfung aller Bauteile wie Koaleszenzelement und Schwimmer
- Reinigung der Kammern
- Prüfung der Warn- und Messeinrichtungen
Diese Arbeiten dürfen nur durch geschultes Personal oder einen Fachbetrieb durchgeführt werden.
Entleerung und Entsorgung
Ölabscheider müssen regelmäßig vollständig entleert werden:
- Entleerung erfolgt durch einen zertifizierten Entsorgungsbetrieb mittels Saugwagen
- jede Entleerung ist per Entsorgungsnachweis zu dokumentieren
Schlamm und Ölreste müssen gemäß Abfallrecht entsorgt werden
Generalinspektion
Alle fünf Jahre ist eine umfangreiche Generalinspektion vorgeschrieben. Sie umfasst:
- Dichtheitsprüfung
- Funktionsprüfung aller Komponenten
- Kontrolle der Dokumentation
- Bewertung der baulichen und technischen Sicherheit
Nur nach bestandener Generalinspektion gilt die Anlage als regelkonform und betriebsbereit.
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