Keller unter Wasser — Sofortmaßnahmen, Ursachen und wann ein Fachbetrieb ran muss

Keller unter Wasser: Das Wichtigste in Kürze

Strom abschalten — immer zuerst

Bevor Sie den überfluteten Keller betreten, muss die Sicherung am Stromkasten abgeschaltet werden. Steht der Stromkasten selbst unter Wasser: nicht betreten, über die 112 die Feuerwehr rufen.

Art des Wassers verrät die Ursache

Klares Wasser deutet auf Grundwasser oder einen Rohrbruch hin. Trübes, übelriechendes Wasser ist ein starkes Indiz für Rückstau aus der Kanalisation — mit anderen Hygienerisiken und Handlungsschritten.

Nicht zu früh abpumpen

Bei hohem Grundwasserspiegel kann zu schnelles Auspumpen die Bodenplatte anheben und Risse verursachen. Kontrolliertes Vorgehen ist entscheidend — mehr dazu im Abschnitt „Wasser abpumpen".

Schäden sofort dokumentieren

Machen Sie Fotos und Videos vom Zustand, bevor Sie aufräumen — Ihre Versicherung braucht diese Nachweise für die Schadensmeldung.

Häufig kein Naturereignis, sondern ein technisches Problem

In vielen Fällen liegt die Ursache im Abwassersystem: eine defekte Rückstausicherung, eine verstopfte Grundleitung oder eine ausgefallene Hebeanlage.

Wasser im Keller ist ein Notfall — und je nach Ursache kann jede Stunde zählen. Ob nach Starkregen, durch einen Rohrbruch oder wegen Rückstau aus der Kanalisation: Die ersten Maßnahmen entscheiden darüber, wie groß der Schaden am Ende wird.

Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, was jetzt zu tun ist — von der Sicherung des Hauses über das richtige Auspumpen bis zur Frage, wann ein Fachbetrieb übernehmen muss. Besonderer Fokus liegt auf einer Ursache, die viele unterschätzen: Abwasser, das aus dem Kanalnetz zurück ins Untergeschoss drückt.

Sofortmaßnahmen — was jetzt in welcher Reihenfolge zu tun ist

Wer knöcheltief im überfluteten Keller steht, muss zuerst für Sicherheit sorgen — und dann systematisch vorgehen. Die folgende Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt:

1

Strom abschalten — bevor Sie den Keller betreten

Steht Wasser im Untergeschoss, besteht akute Gefahr durch Stromschlag und Kurzschluss. Überflutete Steckdosen und elektrische Geräte können lebensgefährlich sein. Schalten Sie deshalb die Sicherung für den betroffenen Bereich am Stromkasten ab — idealerweise vom Erdgeschoss aus, ohne den Keller betreten zu müssen.

Wenn der Stromkasten selbst im Keller steht und die Überflutung bereits heranreicht: Betreten Sie den Raum nicht. Rufen Sie in diesem Fall den Energieversorger oder die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112.

2

Art des Wassers prüfen — das verrät die Ursache

Dieser Schritt wird in den meisten Notfall-Ratgebern übersprungen — dabei ist er entscheidend für alles, was danach kommt. Schauen Sie sich das Wasser deshalb genau an.

Klares Wasser deutet auf Grundwasser, einen Rohrbruch in der Frischwasserleitung oder eindringendes Regenwasser hin.

Trübes, dunkles oder übelriechendes Wasser ist ein starkes Indiz für Rückstau aus der Kanalisation. Hier drückt Abwasser über Bodenabläufe, Waschbecken oder Toiletten im Untergeschoss zurück in Ihr Haus — weil die Kanalisation überlastet ist oder eine Verstopfung im Hauptkanal vorliegt.

Ist das Wasser mit Heizöl oder Chemikalien kontaminiert — erkennbar an Schlieren, stechendem Geruch oder Verfärbungen — betreten Sie den Keller nur mit geeigneter Schutzkleidung (Gummistiefel, Handschuhe, ggf. Atemschutz). In diesem Fall muss die Entsorgung über einen Fachbetrieb erfolgen.

Bei fäkalienhaltigem Rückstauwasser gelten andere Hygienevorschriften, die Trocknung wird aufwendiger und die Ursache liegt häufig in einer fehlenden oder defekten Rückstausicherung. Je früher Sie das erkennen, desto gezielter können die nächsten Schritte eingeleitet werden.

3

Bei Rohrbruch: Wasserzufuhr sofort abstellen

Wenn klares Wasser aus einer Leitung austritt und ein Rohrbruch als Ursache infrage kommt, sollten Sie deshalb umgehend den Hauptwasserhahn abdrehen. Das stoppt die Wasserzufuhr und verhindert, dass weiteres Leitungswasser in die Kellerräume nachfließt. Den Hauptwasserhahn finden Sie in der Regel im Hausanschlussraum — oft in der Nähe des Wasserzählers.

4

Feuerwehr oder Notdienst rufen

Die Feuerwehr hilft beim Auspumpen größerer Überflutungen — das gehört zu ihren regulären Aufgaben und ist in den meisten Kommunen kostenfrei. Wählen Sie die 112 und melden Sie bereits beim Anruf, ob es sich möglicherweise um Abwasser handelt. Das beeinflusst die Ausrüstung und Vorgehensweise der Einsatzkräfte.

Bei Rückstau aus dem Kanalnetz kann es sinnvoll sein, parallel einen Rohrreinigungsnotdienst zu kontaktieren. Solange die Ursache im Kanal nicht behoben ist — etwa eine tiefsitzende Verstopfung im Hauptkanal oder eine ausgefallene Hebeanlage — fließt weiter Wasser nach.

5

Schäden dokumentieren — sofort, nicht später

Bevor Sie anfangen aufzuräumen oder das Wasser zu entfernen: Dokumentieren Sie den Zustand. Machen Sie Fotos vom Wasserstand, von beschädigten Gegenständen, Wänden und Böden. Halten Sie außerdem den gesamten betroffenen Bereich per Video fest, wenn möglich.

Diese Dokumentation ist die Grundlage für die Schadensmeldung bei Ihrer Versicherung — und sie lässt sich im Nachhinein nicht wiederholen. Achten Sie außerdem auf Details: Woher kommt das Wasser? Welche Farbe und welchen Geruch hat es? Drückt es aus einem Bodenablauf oder einer Toilette? Auch Fotos von Zählerständen und dem Stromkasten helfen dem Fachbetrieb später bei der Ursachenanalyse.

6

Versicherung informieren

Melden Sie den Schadensfall so früh wie möglich bei Ihrer Wohngebäudeversicherung oder Hausratversicherung. Viele Versicherer verlangen eine Meldung innerhalb weniger Tage. Klären Sie darüber hinaus direkt, ob eine Elementarschadenversicherung besteht — denn die reguläre Wohngebäudeversicherung deckt Überschwemmungsschäden in der Regel nicht ab. Mehr dazu im Abschnitt „Welche Versicherung zahlt?".

Für Mieter gilt: Melden Sie den Schaden sowohl Ihrem Vermieter als auch Ihrer Hausratversicherung. Der Vermieter ist für die Instandhaltung des Hauses zuständig, die Hausratversicherung deckt Ihre beschädigten Möbel und Einrichtungsgegenstände ab.

Die 5 häufigsten Ursachen für Wasser im Keller

Wasser im Untergeschoss hat immer eine Ursache — und die zu kennen ist entscheidend für die richtige Reaktion. Während die meisten Ratgeber pauschal von „Hochwasser" sprechen, zeigt die Praxis jedoch ein differenzierteres Bild. Die folgenden fünf Ursachen decken die große Mehrheit aller Schadensfälle ab.

1

Rückstau aus der Kanalisation

Diese Ursache wird am häufigsten unterschätzt — und ist gleichzeitig eine der häufigsten. Bei starken Regenfällen oder einer Verstopfung im öffentlichen Kanalnetz steigt der Wasserspiegel in der Kanalisation über die sogenannte Rückstauebene. Das Abwasser drückt über Bodenabläufe, Waschbeckenanschlüsse, Waschmaschinen-Abläufe oder Toiletten im Untergeschoss zurück ins Haus.

Typische Anzeichen: Das Wasser ist trüb, dunkel verfärbt und riecht nach Abwasser. Es kommt von innen — aus den Sanitäranlagen im Keller.

Schutz: Eine funktionsfähige Rückstausicherung — als Rückstauklappe oder Hebeanlage — verhindert, dass Kanalwasser ins Haus gelangt. Das Problem dabei: In vielen älteren Häusern fehlt diese Sicherung oder wurde seit Jahren nicht gewartet.

2

Rohrbruch oder undichte Leitungen

Ein Rohrbruch in der Frischwasser- oder Abwasserleitung kann große Mengen in kurzer Zeit freisetzen. Die Anzeichen sind nicht immer offensichtlich: Manchmal fällt nur ein ungewöhnlich hoher Wasserverbrauch auf, manchmal zeigen sich feuchte Stellen an Kellerwänden oder Böden.

Bei Abwasserleitungen im Untergeschoss kommt zudem erschwerend hinzu, dass Leckagen oft über Monate unbemerkt bleiben. Eine Kanalinspektion mit Kamera kann solche Schwachstellen aufdecken, bevor es zum akuten Wasserschaden kommt.

3

Starkregen und Oberflächenwasser

Bei extremen Regenfällen, Unwetter oder Sturm kann Regenwasser über Kellerfenster, Lichtschächte, Garageneinfahrten oder undichte Kellerwände ins Haus eindringen. Anders als beim Rückstau kommt das Wasser hier von außen.

Besonders gefährdet sind Immobilien in Hanglagen oder Senken. Darüber hinaus verschärfen versiegelte Flächen rund ums Haus das Problem, weil das Wasser nicht versickern kann. Hochwasserschutz-Maßnahmen und eine geprüfte Kellerabdichtung senken das Risiko deutlich.

4

Drückendes Grundwasser

In Regionen mit hohem Grundwasserspiegel kann Wasser von unten durch die Bodenplatte oder durch Risse im Kellerboden ins Haus drücken — besonders nach langen Regenperioden oder bei Schneeschmelze.

Das Wasser ist in der Regel klar und geruchlos. Die Sanierung ist allerdings aufwendig: Nachträgliche Abdichtungen oder eine funktionierende Drainage rund ums Haus sind zwar die gängigen Lösungsansätze, beides erfordert jedoch professionelle Planung und Umsetzung.

5

Defekte oder fehlende Drainage

Die Drainage rund um ein Haus hält Sicker- und Schichtenwasser von der Kellerwand fern. Funktioniert sie nicht mehr — weil sie verstopft, verockt oder gar nicht vorhanden ist — staut sich Wasser an der Außenwand und dringt ein.

Besonders betroffen sind Häuser aus den 1960er- bis 1980er-Jahren. Hinzu kommt fehlende Wartung: Eine Drainage, die nie gespült wurde, verliert über die Jahrzehnte ihre Funktion. Eine Kanalinspektion der Drainageleitung zeigt, ob sie noch durchgängig ist oder erneuert werden muss.

Sie sind sich nicht sicher, woher das Wasser kommt? Ein Fachbetrieb kann die Ursache vor Ort analysieren — mit Kamerainspektion, Leckageortung oder Dichtheitsprüfung.

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Sie sind sich nicht sicher, woher das Wasser kommt? Ein Fachbetrieb kann die Ursache vor Ort analysieren — mit Kamerainspektion, Leckageortung oder Dichtheitsprüfung.

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Wasser abpumpen — wann, wie und warum nicht zu früh

Sobald die Lage gesichert und die Ursache zumindest grob eingeschätzt ist, stellt sich die Frage: Wie bekomme ich das Wasser raus? Die Antwort ist weniger eindeutig, als viele denken — denn zu schnelles Handeln kann den Schaden sogar vergrößern.

Warum zu frühes Abpumpen gefährlich ist

Steht der Keller großflächig unter Wasser und der Grundwasserspiegel ist gleichzeitig hoch — etwa nach tagelangem Regen oder Hochwasser — lastet von außen enormer Druck auf Bodenplatte und Kellerwänden. Das Wasser im Untergeschoss wirkt in diesem Fall als Gegendruck.

Wird es zu schnell ausgepumpt, fehlt dieser Gegendruck schlagartig. Infolgedessen kann sich die Bodenplatte anheben, Risse entstehen im Boden und in den Wänden, im schlimmsten Fall wird die gesamte Kellerstatik beschädigt. Fachleute sprechen hier von Auftrieb — ein Risiko, das bei Kellern ohne druckwasserdichte Wanne besonders real ist.

Faustregel

Pro Stunde nicht mehr als ein bis zwei Zentimeter Wasserstand absenken. Die Feuerwehr kennt dieses Risiko und pumpt in der Regel kontrolliert ab. Wer selbst mit einer Tauchpumpe arbeitet, sollte den Wasserstand schrittweise senken und zwischen den Pumpvorgängen beobachten, ob von außen Wasser nachdrückt.


Selbst auspumpen oder Feuerwehr rufen?

Bei kleineren Mengen — etwa einer überlaufenen Waschmaschine oder einem geplatzten Schlauch — reicht oft eine handelsübliche Tauchpumpe aus dem Baumarkt. Steht der Keller allerdings flächig unter Wasser, ist die Feuerwehr die richtige Anlaufstelle. Sie hat leistungsfähigere Pumpen und kann die Situation fachlich einschätzen.

Besondere Vorsicht gilt jedoch bei Rückstauwasser mit Fäkalien: Hier sollten Sie nicht selbst im Wasser stehen. Kontaminiertes Abwasser birgt gesundheitliche Risiken — von Magen-Darm-Erregern bis hin zu Hepatitis-Viren. Überlassen Sie das Auspumpen in diesem Fall den Einsatzkräften und tragen Sie beim Betreten der Kellerräume mindestens Gummistiefel und Handschuhe.


Restwasser und Schlamm entfernen

Nach dem Auspumpen bleibt fast immer Restwasser in Ecken, Senken und hinter Einbauten stehen. Dieses muss vollständig entfernt werden — mit Nasssauger, Eimer oder Lappen. Bei Rückstauwasser bleiben zusätzlich Schlammreste und Ablagerungen zurück, die Keime und Geruchsstoffe enthalten.

Alle betroffenen Flächen müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Erst wenn der Keller trocken und gereinigt ist, kann die eigentliche Bautrocknung beginnen.

Trocknung, Sanierung und Schimmelprävention

Das Wasser ist raus — aber der Schaden ist damit noch nicht behoben. Nässe, die in Mauerwerk, Estrich oder Dämmschichten eingedrungen ist, trocknet nicht von selbst. Ohne gezielte Maßnahmen drohen daher Folgeschäden, die teurer werden als der ursprüngliche Wasserschaden.

Warum natürliches Trocknen nicht reicht

Wer nach einem Wasserschaden einfach die Fenster öffnet und abwartet, unterschätzt die physikalischen Verhältnisse. Nässe zieht in poröse Baustoffe ein — Ziegel, Beton, Putz, Estrich — und verteilt sich über Kapillarwirkung weit über die sichtbar nassen Stellen hinaus. Oberflächlich kann eine Kellerwand nach wenigen Tagen trocken wirken, während in der Tiefe noch Wochen später kritische Feuchtewerte vorliegen.

Genau deshalb beginnt jede professionelle Bautrocknung zunächst mit einer Feuchtigkeitsmessung: Spezialgeräte messen, wie tief die Nässe eingedrungen ist und welche Bereiche betroffen sind. Erst auf dieser Basis lässt sich entscheiden, welches Trocknungsverfahren zum Einsatz kommen muss.

Professionelle Trocknungsverfahren

Je nach Schadenbild setzen Fachbetriebe unterschiedliche Methoden ein. Bei Wasserschäden im Keller kommen vor allem drei Verfahren zum Einsatz:

Kondensationstrocknung

Das Standardverfahren. Bautrockner entziehen der Raumluft Nässe, die aus den Wänden und Böden verdunstet. Dafür müssen die betroffenen Räume geschlossen bleiben — Fenster auf ist hier kontraproduktiv, weil feuchte Außenluft den Prozess verlangsamt.

Dämmschichttrocknung

Wenn Wasser hingegen unter den Estrich in die darunterliegende Dämmung eingedrungen ist, kommt dieses Verfahren zum Einsatz. Über Bohrungen wird trockene Luft in die Dämmschicht gepresst oder ein Unterdruck erzeugt, der die Nässe nach oben zieht. Ohne diese Methode bleibt die Dämmung dauerhaft feucht — mit Schimmelbildung als vorhersehbarer Folge.

Infrarottrocknung

Bei punktuellen Durchfeuchtungen, etwa an einzelnen Wandabschnitten, eignet sich zudem dieses Verfahren. Infrarotplatten erwärmen die betroffene Fläche von außen, die Nässe wandert nach innen und verdunstet über die Rückseite.

Die Dauer einer professionellen Trocknung liegt je nach Schadenumfang zwischen zwei und sechs Wochen. Eine detaillierte Übersicht zu Verfahren, Dauer und Kosten der Bautrocknung finden Sie in unserem separaten Ratgeber.

Schimmelprävention — das Zeitfenster ist kurz

Schimmel braucht drei Dinge: Nässe, Wärme und organisches Material. Nach einem Wasserschaden im Keller sind alle drei Faktoren in der Regel gegeben. Unter günstigen Bedingungen können sich erste Schimmelkulturen bereits 48 – 72 Stunden nach dem Wassereintritt bilden.

Die Trocknung muss deshalb so schnell wie möglich beginnen. Jeder Tag Verzögerung erhöht das Risiko. Besonders kritisch sind Stellen, die schlecht belüftet sind — hinter Verkleidungen, unter schwimmend verlegtem Laminat, in abgehängten Decken.

Sobald bereits Schimmel sichtbar ist, reicht oberflächliches Abwischen allerdings nicht aus. Schimmelsporen sitzen im Putz, in Fugen und im Mauerwerk. Eine fachgerechte Schimmelsanierung ist dann notwendig — inklusive Rückbau betroffener Materialien und anschließender Desinfektion.

Wann muss der Fachbetrieb ran?

Nicht jeder Wasserschaden erfordert sofort eine professionelle Trocknung. Wer eine überlaufene Badewanne schnell aufwischt, braucht keinen Bautrockner. Sobald jedoch Wasser längere Zeit gestanden hat — und bei Kellerschäden ist das fast immer der Fall — ist professionelle Hilfe der sicherere Weg.

Spätestens bei diesen Anzeichen sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen:

  • Wasser stand mehrere Stunden oder länger im Keller
  • Es handelt sich um Rückstauwasser mit Fäkalien
  • Estrich, Dämmung oder Mauerwerk sind betroffen
  • Muffiger Geruch bleibt auch nach dem Reinigen bestehen
  • Feuchte Stellen zeigen sich an Wänden im Erdgeschoss (Nässe steigt kapillar auf)

Eine Leckageortung hilft, die genaue Schadensquelle und das Ausmaß der Durchfeuchtung festzustellen — besonders wenn die Ursache nicht offensichtlich ist.

Nässe im Mauerwerk? Unsere Partnerbetriebe führen professionelle Bautrocknung, Leckageortung und Schimmelsanierung durch — schnell und fachgerecht.

Welche Versicherung zahlt bei Wasser im Keller?

Nach dem akuten Notfall kommt die Frage, die jeden Betroffenen beschäftigt: Wer übernimmt die Kosten? Die Antwort hängt davon ab, wodurch das Wasser eingedrungen ist — und welche Versicherungen bestehen.

Wohngebäudeversicherung vs. Elementarversicherung

Die reguläre Wohngebäudeversicherung deckt in der Regel Schäden durch Leitungswasser — also Rohrbrüche, geplatzte Schläuche oder defekte Armaturen. Wasser, das aus den eigenen Installationen austritt, fällt unter den klassischen Leitungswasserschaden und damit in den Versicherungsfall der Wohngebäudeversicherung.

Was sie hingegen nicht abdeckt: Wasserschäden durch Überschwemmung, Starkregen, Rückstau oder drückendes Grundwasser. Dafür brauchen Sie eine Elementarschadenversicherung — ein Zusatzbaustein zur Wohngebäudeversicherung, der separat abgeschlossen werden muss. Ohne diesen Elementarschutz bleiben Hausbesitzer bei Hochwasser oder Starkregenereignissen auf den Kosten sitzen.

Schadensursache Wohngebäudeversicherung Elementarversicherung
Rohrbruch / Leitungswasser ✓ Gedeckt
Rückstau aus Kanalisation ✗ Nicht gedeckt ✓ Gedeckt
Starkregen / Überschwemmung ✗ Nicht gedeckt ✓ Gedeckt
Drückendes Grundwasser ✗ Nicht gedeckt ✓ Gedeckt

Laut Branchenschätzungen verfügt allerdings nur rund die Hälfte aller Wohngebäude in Deutschland über eine Elementarversicherung. Wer in einem hochwassergefährdeten Gebiet lebt, erhält sie teilweise nur mit hohen Selbstbehalten oder gar nicht.

Hausratversicherung, Mieter und Vermieter

Während die Wohngebäudeversicherung für Schäden an der Bausubstanz aufkommt — Wände, Böden, Estrich, Heizungsanlage — übernimmt die Hausratversicherung Schäden an Möbeln, Elektrogeräten und persönlichen Gegenständen. Auch hier gilt deshalb: Überschwemmungsschäden sind nur mit Elementarzusatz abgedeckt.

Als Mieter sind Sie nicht für die Instandhaltung des Hauses verantwortlich — das ist Sache des Vermieters und dessen Wohngebäudeversicherung. Ihre eigene Hausratversicherung deckt jedoch Ihre persönlichen Gegenstände ab, wenn diese durch den Wasserschaden beschädigt wurden. Melden Sie den Schadensfall parallel an Vermieter und Versicherung.

Was Sie bei der Schadensmeldung beachten sollten

Melden Sie den Schadensfall so früh wie möglich — die meisten Versicherer verlangen eine Meldung innerhalb von drei bis sieben Tagen. Halten Sie folgende Informationen bereit:

  • Zeitpunkt des Schadeneintritts
  • Vermutete Ursache (Rückstau, Rohrbruch, Starkregen)
  • Umfang des Schadens (betroffene Räume, Quadratmeter)
  • Fotos, Videos und Dokumentation

Beginnen Sie keine größeren Sanierungsarbeiten, bevor der Versicherer den Schaden begutachtet hat oder Ihnen schriftlich grünes Licht gibt. Notmaßnahmen wie Auspumpen und erste Trocknung sind davon jedoch ausgenommen — die dürfen und müssen Sie sofort durchführen, denn als Versicherungsnehmer haben Sie eine Schadenminderungspflicht. Es ist gesetzlich und vertraglich vorgeschrieben, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Keller vor Überflutung schützen — Prävention

Wer einmal Wasser im Keller hatte, will vor allem eins: dass es nicht wieder passiert. Die gute Nachricht: Gegen die meisten Ursachen gibt es wirksame technische Schutzmaßnahmen. Viele davon lassen sich zudem nachrüsten.

Rückstausicherung einbauen oder nachrüsten

Der wirksamste Schutz gegen Rückstau aus der Kanalisation ist eine normgerechte Rückstausicherung. Welches System das richtige ist, hängt von der Art des Abwassers ab:

Rückstauklappe

Für fäkalienfreies Abwasser: Bodenabläufe, Waschmaschinenanschlüsse, Kondensatleitungen. Schließt automatisch, wenn Wasser aus dem Kanal zurückdrückt.

Hebeanlage

Bei fäkalienhaltigem Abwasser — also Toiletten und Duschen im Untergeschoss — ist dagegen eine Hebeanlage die normgerechte Lösung. Pumpt das Abwasser aktiv über die Rückstauebene.

Entscheidend ist dabei: Rückstausicherungen müssen regelmäßig gewartet werden. Die DIN EN 13564 schreibt eine Wartung mindestens zweimal jährlich vor — zusätzlich empfiehlt die Norm eine monatliche Funktionsprüfung des Notverschlusses. Ohne dokumentierte Wartung kann im Schadensfall der Versicherungsschutz gefährdet sein.

Drainage prüfen und instand setzen

Eine funktionierende Drainage leitet Sicker- und Schichtenwasser gezielt von der Kellerwand weg. Ist sie verstopft oder beschädigt, staut sich Wasser an der Außenwand und dringt über kurz oder lang ein.

Ob die vorhandene Drainage noch funktioniert, lässt sich durch eine Kanalinspektion mit Kamera feststellen. Ist sie verockt oder kollabiert, stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: eine Drainagespülung per Hochdruckspülung, wenn die Leitung noch intakt ist — oder ein vollständiger Austausch, wenn die Substanz zu stark geschädigt ist.

Kellerabdichtung und Lichtschächte sichern

Gegen eindringendes Oberflächenwasser helfen bauliche Maßnahmen an der Gebäudehülle:

Außenabdichtung der Kellerwände

Bei älteren Häusern ist die ursprüngliche Abdichtung häufig nicht mehr funktionsfähig. Eine nachträgliche Abdichtung von außen ist aufwendig, aber die nachhaltigste Lösung.

Lichtschachtabdeckungen

Transparente Abdeckungen über Kellerfenstern verhindern, dass sich Regenwasser in den Lichtschächten sammelt und über die Fenster eindringt.

ca. 50 – 150 € pro Stück

Rückstauklappen in Bodenabläufen

Auch außenliegende Bodenabläufe in Garageneinfahrten oder Eingangsbereichen können mit Rückstausicherungen nachgerüstet werden.

Regelmäßige Wartung als bester Schutz

Viele Kellerschäden wären vermeidbar gewesen — durch regelmäßige Wartung der vorhandenen Technik. Eine halbjährliche Prüfung der Rückstausicherung (Kosten: ca. 100–200 € pro Termin), ein Kontrollblick auf die Drainage und eine turnusmäßige Kanalinspektion der Grundleitungen verhindern im Ernstfall Schäden im fünfstelligen Bereich.

Rückstausicherung nachrüsten, Drainage prüfen oder Grundleitungen inspizieren lassen? Unsere Partnerbetriebe beraten Sie vor Ort — persönlich geprüft und zertifiziert.

Ihre Vorteile im Kanalservice Magazin

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Das Kanalservice Magazin bietet einen Ort, an dem Betriebe und privat Personen zusammenfinden. Unser Ziel ist es, beide Parteien zufriedenzustellen.

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Häufige Fragen zu Wasser im Keller

Schalten Sie zuerst den Strom am Stromkasten für den betroffenen Bereich ab. Prüfen Sie, ob das Wasser klar oder trüb und übelriechend ist — das gibt Aufschluss über die Ursache. Dokumentieren Sie den Schadensfall mit Fotos, rufen Sie bei größeren Überflutungen die Feuerwehr unter 112 und informieren Sie Ihre Versicherung. Beginnen Sie nicht sofort mit dem Auspumpen, wenn gleichzeitig der Grundwasserspiegel hoch ist.

Die häufigsten Ursachen sind Rückstau aus der Kanalisation, Rohrbrüche, Starkregen, drückendes Grundwasser und eine defekte oder fehlende Drainage. Trübes, übelriechendes Wasser deutet auf Rückstau hin, klares Wasser eher auf Grundwasser oder einen Leitungsschaden.

Je nach Schadenumfang dauert eine professionelle Bautrocknung zwischen zwei und sechs Wochen. Ist Wasser in die Dämmschicht unter dem Estrich eingedrungen, kann es auch länger dauern. Natürliches Trocknen durch Lüften reicht bei einem echten Wasserschaden nicht aus.

Das hängt von der Ursache ab. Schäden durch Leitungswasser — etwa einen Rohrbruch — deckt die Wohngebäudeversicherung in der Regel ab. Schäden durch Überschwemmung, Starkregen oder Rückstau sind nur über eine zusätzliche Elementarschadenversicherung versichert. Prüfen Sie Ihren Vertrag und melden Sie den Schadensfall innerhalb weniger Tage.

Bei kleineren Mengen ja — mit einer Tauchpumpe und einem Nasssauger für das Restwasser. Bei großflächiger Überflutung sollte die Feuerwehr übernehmen, vor allem wenn unklar ist, ob der Grundwasserspiegel hoch steht. Bei Rückstauwasser mit Fäkalien sollten Sie aus hygienischen Gründen nicht selbst im Wasser arbeiten.

Als Mieter melden Sie den Schaden an Ihren Vermieter — dieser ist über seine Wohngebäudeversicherung für die Instandhaltung des Hauses zuständig. Ihre eigene Hausratversicherung übernimmt Schäden an Ihren persönlichen Gegenständen und Möbeln, sofern ein entsprechender Versicherungsfall vorliegt.

Die wichtigste Maßnahme ist eine funktionierende Rückstausicherung — als Rückstauklappe für fäkalienfreies oder als Hebeanlage für fäkalienhaltiges Abwasser. Zusätzlich helfen eine intakte Drainage, Lichtschachtabdeckungen und eine geprüfte Kellerabdichtung. Alle Systeme sollten mindestens halbjährlich gewartet werden.

Sobald Wasser längere Zeit im Keller gestanden hat, Estrich oder Mauerwerk betroffen sind, ein muffiger Geruch bestehen bleibt oder es sich um fäkalienhaltiges Rückstauwasser handelt. Ein Fachbetrieb kann per Leckageortung und Feuchtigkeitsmessung das tatsächliche Schadensausmaß feststellen und die Trocknung fachgerecht durchführen.

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