Was ist eine Klärgrube?
Ein unterirdischer Klärbehälter (auch Faulgrube oder Faulbecken) zur mechanischen Abwasserreinigung — vor allem auf Grundstücken ohne Anschluss an die Kanalisation.
Seit 2016 verboten
Klassische Klärgruben mit Ablauf sind in Deutschland nicht mehr zulässig. Erlaubt sind nur noch abflusslose Abwassersammelgruben oder vollbiologische Kleinkläranlagen.
Kosten für das Leeren
Zwischen 35 und 60 € pro m³ — bei einer 6-m³-Grube also 210 bis 360 € pro Entleerung.
Pflichten für Eigentümer
Die Anlage muss regelmäßig gewartet und entleert werden. Wer unsicher ist, sollte einen Fachbetrieb vor Ort hinzuziehen.
Ob Entleerung, Geruchsprobleme oder Nachrüstpflicht — wer eine Klärgrube auf seinem Grundstück hat, steht früher oder später vor konkreten Fragen. Dieser Ratgeber erklärt, welche Typen es gibt, was seit 2016 gesetzlich gilt und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.
Was ist eine Klärgrube?
Eine Klärgrube ist ein unterirdisches System, das häusliches Abwasser sammelt und mechanisch vorklärt. Die Funktionsweise ist einfach: Das Abwasser fließt in den Klärbehälter, wo sich feste Bestandteile durch Sedimentation am Boden ablagern — es entsteht Klärschlamm (auch Fäkalschlamm genannt). Leichtere Stoffe wie Fette steigen nach oben. Eingesetzt werden Klärgruben vor allem in ländlichen Gebieten und Ortschaften, in denen Häuser keinen Anschluss an eine zentrale Kläranlage haben.
Die Reinigungsleistung einer einfachen Klärgrube liegt bei nur etwa 20–30 %. Gelöste Schadstoffe, Bakterien und Stickstoffverbindungen verbleiben im Wasser. Aus Gründen des Umweltschutzes reicht diese Form der Abwasserreinigung heute nicht mehr aus.
Wichtig: Bei den Prozessen in der Klärgrube zersetzen Mikroorganismen organisches Material. Dabei entstehen gefährliche Gase wie Methan, das in hohen Konzentrationen schädlich und explosiv sein kann. Eine ordnungsgemäße Belüftung ist deshalb zwingend erforderlich.
Klärgrube, Sickergrube oder Kleinkläranlage — was ist der Unterschied?
Die Begriffe werden häufig verwechselt, die Unterschiede sind aber wesentlich:
Klärt Abwasser mechanisch durch Ablagerung (Sedimentation). Auch als Faulgrube oder Faulbecken bekannt. Ältere Modelle leiteten das vorgeklärte Wasser in Boden oder Gewässer ein — das ist seit 2016 nicht mehr zulässig.
Hat durchlässige Wände und Boden — das Abwasser versickert ungefiltert ins Erdreich. Eine erhebliche Gefahr für das Grundwasser. In Deutschland nicht mehr zulässig.
Speichert das gesamte Abwasser bis zur Entleerung — kein Ablauf, keine Versickerung. Besonders in Wasserschutzgebieten verbreitet. Der Inhalt wird per Saugwagen abtransportiert.
Ergänzt die mechanische Vorstufe um eine biologische Behandlung durch Mikroorganismen. Erfüllt die aktuellen Vorschriften und ist die gängige Alternative für Grundstücke ohne Kanalisation. Höhere Anschaffung, aber langfristig günstiger und umweltschonend.
Welche Typen von Klärgruben gibt es?
Klärgruben unterscheiden sich durch die Anzahl ihrer Kammern. Die folgende Darstellung zeigt, welche Typen es gibt und was Menschen mit einer Klärgrube darüber wissen sollten.
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| Typ | Kammern | Reinigungsleistung | Heute zulässig? | Nachrüstung möglich? |
|---|---|---|---|---|
| 1-Kammer-Klärgrube | 1 | Minimal (ca. 10–15 %) | Nein — mit Ablauf verboten | In der Regel nicht wirtschaftlich |
| 2-Kammer-Klärgrube | 2 | Gering (ca. 15–20 %) | Nein — mit Ablauf verboten | Eingeschränkt möglich |
| Dreikammer-Klärgrube | 3 | Mittel (ca. 20–30 %) | Nur mit biologischer Nachrüstung | Ja — Beton- oder Kunststoffbehälter als Vorklärung nutzbar |
| Abflusslose Sammelgrube | 1 | Keine (reine Speicherung) | Ja — ohne Einschränkung | Nicht nötig (kein Ablauf) |
Vorschriften: Was gilt seit 2016?
Seit 2016 dürfen in Deutschland nur noch Anlagen betrieben werden, die Abwasser entweder vollständig zurückhalten oder biologisch ausreichend reinigen. Grundlage sind das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Alte Klärgruben mit Ablauf leiteten vorgeklärtes Wasser in Boden oder Gewässer ein — eine erhebliche Belastung für das Grundwasser. Wer eine solche Klärgrube noch in Betrieb hat, handelt ordnungswidrig.
Welche Optionen haben Eigentümer?
-
Anschluss an die Kanalisation
Sofern ein Kanal in erreichbarer Nähe liegt. Die Klärgrube wird stillgelegt und kann z. B. als Regenwasser-Zisterne weitergenutzt werden. In vielen Kommunen besteht eine Anschlusspflicht. -
Nachrüstung zur Kleinkläranlage
Oft die wirtschaftlichste Lösung, besonders bei vorhandener Dreikammer-Klärgrube. Der Bau liegt je nach Verfahren zwischen 3.000 und 8.000 €. Eine Genehmigung der zuständigen Wasserbehörde ist erforderlich. -
Weiterbetrieb als abflusslose Sammelgrube
Zulässig, aber mit hohen laufenden Kosten für die Entsorgung verbunden. Der gesamte Inhalt muss regelmäßig per Saugwagen abtransportiert werden.
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Klärgrube leeren: Kosten und Intervalle
Kosten pro m³
35 – 60 €
Bei einer 6-m³-Klärgrube: 210 bis 360 € pro Leerung, zuzüglich Anfahrt.
Intervalle
1 – 3 Jahre
Abflusslose Sammelgruben je nach Haushalt deutlich häufiger. Kleinkläranlagen: 1–2 Leerungen pro Jahr.
Bei abflusslosen Sammelgruben richtet sich das Intervall nach Behältergröße und Nutzung des Haushalts. Die Entsorgung erfolgt durch ein zertifiziertes Unternehmen per Saugwagen.
Bei Kleinkläranlagen fällt weniger Schlamm an, da nur der Klärschlamm aus der Vorklärung abgepumpt wird. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem kommunalen Entsorgungsunternehmen oder einem Fachbetrieb vor Ort.
Anzeichen, dass Ihre Klärgrube voll ist
- Abflüsse im Haus laufen langsamer
- Unangenehmer Geruch rund um die Klärgrube
- Stehendes Wasser an der Oberfläche
- Gluckernde Geräusche in den Leitungen
Warten Sie nicht auf diese Symptome — eine regelmäßige Füllstandskontrolle im Rahmen der Wartung beugt Problemen vor.
Klärgrube stinkt — was tun?
Geruch aus der Klärgrube entsteht durch Fäulnisprozesse, bei denen Bakterien Schwefelwasserstoff produzieren. Häufige Ursachen für den Geruch: überfällige Entleerung, ein undichter Deckel oder mangelnde Belüftung.
Prüfen Sie als Erstes Deckel, Füllstand und Belüftung. Hält der Geruch an, können ein beschädigtes Zulaufrohr oder eine defekte Tauchwand die Ursache sein — dann hilft nur eine Inspektion durch einen Fachbetrieb.
Grundsätzlich gilt: Klärgruben sind ausschließlich für biologisch abbaubares häusliches Schmutzwasser vorgesehen. Hygieneartikel, Speisereste, Chemikalien oder große Mengen Fett dürfen nicht in den Abfluss gelangen — sie stören die Prozesse in der Klärgrube, verstärken Geruchsprobleme und können Gewässer vergiften.
Klärgrube warten: So vermeiden Sie Probleme
Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer der Klärgrube und senkt langfristig die Kosten. Diese Punkte der Wartung sind entscheidend:
-
Schlammhöhe kontrollieren
Steigt der Schlamm zu hoch, gelangen Feststoffe in die biologische Stufe oder verstopfen den Ablauf. -
Dichtheit prüfen
Besitzer abflussloser Sammelgruben sind verpflichtet, regelmäßig die Dichtigkeit prüfen zu lassen, um eine Versickerung ins Erdreich zu vermeiden. Undichte Behälter gefährden die Umwelt und erhöhen das Entsorgungsvolumen. -
Leitungen inspizieren
Wurzeleinwuchs oder Ablagerungen im Zulauf verursachen Rückstau. Eine Kanalinspektion per Kamera gibt Klarheit. -
Sicherheitsabstand beachten
Klärgruben müssen einen Abstand von mindestens 10 Metern zu Wasserquellen einhalten.
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Häufige Fragen zur Klärgrube
Ein unterirdischer Klärbehälter, der häusliches Abwasser sammelt. Feste Bestandteile setzen sich durch Sedimentation am Boden ab, das Wasser wird dadurch mechanisch vorgeklärt — aber nicht vollständig gereinigt.
Behälter aus Beton in Ringbauweise starten ab ca. 800 €, Kunststofftanks ab 1.200 €. Für die Nachrüstung zur Kleinkläranlage fallen 3.000 bis 8.000 € an.
Das Abwasser durchläuft drei Behälter: Grobstoffe sedimentieren in der ersten Kammer, feinere Partikel in der zweiten. In der dritten zersetzen Bakterien organisches Material anaerob. Das Ergebnis ist sauberer als bei Einkammergruben, reicht allein aber nicht für heutige Vorschriften. Sogenannte Kleineinleiter-Klärgruben filtern dabei grobe Schmutzstoffe heraus und leiten die flüssigen Bestandteile ab.
Abflusslose Sammelgruben je nach Haushalt alle ein bis vier Wochen. Kleinkläranlagen mit biologischer Stufe ein- bis zweimal pro Jahr. Moderne Anlagen schaffen bis zu vier Jahre.
Zwischen 35 und 60 € pro m³. Bei einer 6-m³-Klärgrube also 210 bis 360 € pro Leerung plus Anfahrt. Der Schlamm wird anschließend im Klärwerk entsorgt.
Klärgruben mit Ablauf sind seit 2016 verboten. Zulässig sind abflusslose Abwassersammelgruben und vollbiologische Kleinkläranlagen. Eigentümer alter Systeme sind zur Umrüstung verpflichtet.
Eine Klärgrube sammelt Abwasser in einem geschlossenen Tank. Eine Sickergrube hat durchlässige Wände — Abwasser versickert ungefiltert ins Erdreich. Sickergruben sind verboten.


